Google Homes Datenschätze

Technisch sind Sprachassistenten schon ausgereift, sie sollten nur noch intelligenter werden. Gerne wird dabei auf die Datenschätze der Konkurrenten verwiesen. Und so prognostiziert man Google Home ein größeres Potential als Amazons Alexa, denn Google hortet die größeren Datenschätze. Ist das so?

Datenschatz Trend und Traffic

Google kennt das Internet. Und es kennt jeden Winkel der Erde. Google ist der große Kartograph und weiß wo was geht. Traffic und Trenddaten für Webseiten, Videos und Apps. Und auf welcher Straße im RL steht der Mobilenutzer gerade mit seinem PKW im Stau. Wenn wir uns bewegen, weiß Google das.

Datenschatz Social Networks

Wenn es aber um die Frage geht, was weiß Google über mich, dann sieht die Sache schon anders aus. Hier hortet Facebook die großen Schätze. Es ist das große Kommunikationsmedium: wir posten, chatten und liken in Facebook. Das ist ein sehr viel direkterer Kanal, als Seiten- und Videoabrufe.

Was weiß denn Amazon schon?

Tatsächlich sieht da Amazon im Vergleich eher arm aus. Amazon weiß, wofür die Leute Geld ausgeben. Das war es auch schon.

Was man hier aber auch bewerten muss, ist der Vertrauensvorsprung, den Amazon genießt. Alles, was ich über Amazon tue, tue ich mit Amazon. Da gibt es niemanden anderen. Nichts ist offen, alles ist geschützt. Meine Kreditkarte ist dort sicher. Vertrauen ist ein großer Schatz.

Ist das relevant?

Doch zurück zu den Sprachassistenten: sie geben Auskunft, spielen Medieninhalte ab und steuern unser Haus. Google hat vermutlich das größte Wissen und kann Fragen potentiell besser beantworten. Facebook bietet mit seinem Messenger schon die größte Chatbot Plattform an. Wenn wir über Assistenten mit anderen Menschen und Unternehmen sprechen, wird Facebook uns am besten helfen. Und Amazons Alexa hat den größten Vertrauensvorsprung: wir helfen Alexa, uns zu verstehen.

Alle Unternehmen haben auch Services in den Kernbereichen der Konkurrenten. Auch Google hat ein Social Network, Facebook hat Bewegungsdaten und Amazon hostet das Internet. Niemand kann sich auf den alten Schätzen ausruhen, denn tatsächlich zählt nur Aktualität. Wer hat die höchste Interaktionsrate?

Sprachassistenten sollen uns helfen. Dazu müssen sie nicht nur allgemein intelligent sein, sondern uns auch sehr gut kennen. Noch sind die Assistenten nicht persönlich, aber das wird kommen. Und dann ist es nicht so entscheidend, was das Unternehmen schon über mich weiß, sondern was ich bereit bin mit dem Sprachassistenten zu teilen.

Google sieht das wohl anders. Google Home hat keinen Eigennamen: "hallo Radio" würde auch passen. Die Zukunft gehört dann vielleicht doch Amazon: "Alexa, guten Morgen!"