Warum der Bitcoin irgendwann endgültig crashed

Gerade hatte ich begründet, warum mir der Bitcoin als Anlage zu unsicher ist, da kracht (crashed) es ordentlich. Und jetzt nochmal. Auslöser sind Regulierungen im größten Bitcoin-Markt China. Und alles Gründe, die ich bisher nicht im Blick hatte. Und dann kam noch John McAffee um die Ecke und bläst dem Bitcoin noch aus ganz anderer Richtung das Licht aus. Aber von Anfang.

Risiko: Regierungen und Finanzbranche

In China haben die Kryptowährungen die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich gezogen. Die hat offenbar gar kein Interesse an dieser nicht-staatlichen Währung, vor allem nicht an der Kapitalflucht, denn Bitcoin und Co gelten als Anlage, die wie Gold von einem Währungs-Crash profitieren würden. Also stoppt man Finanzierungsmöglichkeiten und Handelsplätze.

Entsprechender Druck könnte auch aus der Finanzbranche kommen, denn Banken leben vom Währungs- und Kreditmonopol. Blockchain ja, aber Kryptowährungen nein. Hedgefond würden nur dann von den Kryptowährungen profitieren, wenn die Handelsplätze reguliert wären, denn nur dann ergeben sich ihre unfairen Vorteile zur Kursmanipulation. Und momentan entziehen die Kryptowährungen den anderen Handelsplätzen dummes Geld von Kleinanlegern und Spekulanten. Die Finanzindustrie hat kein Interesse an der heutigen Situation.

Risiko: Regierungen und Volkswirtschaft

Da sich in China auch die Miningfarmen konzentrieren, macht vielleicht ein weiteres Problem sichtbar. Zwar profitiert China wirtschaftlich durch die Produktion der Mining-Hardware, das Mining selbst erfordert aber eine Energie-Infrastruktur, die sich auch anders nutzen ließe und so das Wachstum an anderer Stelle hemmt. Da die Kryptowährungen nicht besteuerbar sind, verstaatlicht man hier die Infrastrukturkosten. Daran hat die chinesische Regierung sicher kein Interesse.

Risiko: Regierungen und Macht

Wie ich schon beschrieben habe, kann das ungelöste Problem der Transaktionskosten und auch Kursmanipulationen die Bitcoin-Blase platzen lassen. In China wächst die Bitcoin-Industrie inzwischen zu einem nenneswerten Wirtschaftsfaktor heran. Stellt sich heraus, dass dies nur eine Blase war, könnte dies eine Krise auslösen. Und das Risiko wächst und ist völlig unkontrollierbar. Hier droht Machtverlust für die Regierung. 

Und auch wenn ich hier immer auf China zeige: es gibt für alle Regierungen der Welt. China ist nur deshalb im Fokus, weil es derzeit die Bitcoin-Indtrustrie konzentriert. Reguliert China den Markt, zieht die Horde woanders hin und dort wird sich dann das Spiel wiederholen.

Risiko: Hackerangriffe auf Wallets

Das Thema Bitcoin hatte ich schon für mich ad acta gelegt, da spülen die aktuellen Kursrutsche noch weitere Hiobsbotschaften hervor. Youtube erkennt Trends schon ganz gut und schlug mir einen Vortrag von John McAffee (ja, dem John McAffee) zum Thema Blockchain Money vor.

Viel wird über die Sicherheit der Blockchain diskutiert, aber kaum über die Wallets. Das Wallet ist eine Art Brieftasche oder Depotkonto für Kryptowährungen und vereinfacht die Aufbewahrung und den Handel. Ohne Wallet ist es schwer Bitcoin gegen andere Währungen einzutauschen.

So praktisch Wallets auch sind, so sicher sind sie auch Ziel von Hackerangriffen. Mit einem keylogger, also einem Programm, dass Tastatureingaben aufzeichnet oder Bildschirme scannt, kommt man an jedes Kennwort heran und damit an die Wallets. Das Fatale daran ist, dass der Diebstahl von Bitcoins nicht nachverfolgbar ist: die Diebe also sicher ungeschoren davon kommen. Vermutlich geschieht es längst, nur unterhalb des Radars. 

Risiken überall und der Crash nur eine Frage der Zeit

Sollte ein Hacker irgendwann schnell abräumen wollen, wird das zum Kursrutsch führen. Werden Regierungen die Kryptowährungen ernsthaft regulieren, wird es zum Kursrutsch führen. Werden Minen in großem Maß geschlossen, wird es zum Kursrutsch kommen. Und jeder Kursrutsch kann das Geschäftsmodell der Miner zerstören und damit das System zum Kollabieren bringen. Dann wissen wir, dass es eine Blase war.

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