Was Spinnen und Roboter gemeinsam haben

Spinnen stehen in keinem Konflikt zu Menschen. Sie wollen einfach nichts, was wir wollen. Wir konkurrieren nicht. Wir finden Spinnen eklig und ja, sie können uns beißen und uns vergiften. Aber warum sollten sie das tun, wenn wir sie nicht bedrängen? Wer Spinnen einfach ignoriert, wird von ihnen in Ruhe gelassen.

Genau so klingt es bei Sepp Hochreiter, dem Erfinder des LSTM, jenes bahnbrechenden Algorithmus, der die jüngsten Fortschritte in der KI ermöglicht hat, wenn er über KI spricht:

KIs werden nicht böse werden und die Menschen jagen oder versklaven. […] KI benötigt nicht die gleichen Ressourcen wie der Mensch, hier entsteht kein Konflikt, denn Maschinen essen und atmen nicht.

Elon Musk und Stephen Hawking

Andere sehen das anders. Elon Musk warnt vor tötenden Robotern. Stephen Hawking warnt vor militärischen KI-Waffen. Beide sehen die Menschheit in Gefahr. Tatsächlich sind intelligente Drohnen leicht vorstellbar, die auf Befehl Terroristen aufspüren und töten - Kollateralschäden eingeschlossen. Doch tun sie dies auf menschlichen Befehl hin. Würden sie sich verselbständigen und die Menschheit ausrotten?

Mark Zuckerberg

Es gibt eine Reihe von Wissenschaftlern, die den Visionen von Elon Musk widersprechen. So fand ich Harald Leschs Erläuterung sehr schlüssig, das eine Besiedlung des Mars ziemlich aussichtslos wäre, denn aufgrund seiner geringen Masse könnte er eine Atmosphäre nicht halten. Eine terraformter Mars ist aber eine von Elon Musks Visionen für SpaceX.

Wenn allerdings Mark Zuckerberg die Forderungen von Elon Musk nach vorausschauender Regulierung von KIs für unverantwortlich hält, muss man das durchaus hinterfragen. Denn auf dem Feld der KI sind Zuckerberg und Musk direkte Konkurrenten. Vorgeplenkel in diesem großen neuen Monopoly-Spiel.

Angst schafft Feindbilder

Viele Menschen haben Angst vor Spinnen und töten sie immer und sofort. Das ist völlig irrational, aber sehr menschlich. Jemand wird uns Angst vor unseren Robotern einjagen. Wir werden zuschlagen und uns vermutlich später wünschen, wir hätten sie einfach ignoriert.